Eine Inselanlage – im doppelten Sinne des Wortes

Auf der kleinen, zum afrikanischen Land Guinea Bissau gehörenden „Hühnerinsel“, brannte am 3. März 2010 zum ersten Mal nachts eine Lampe. Was für viele Menschen alltäglich ist, war hier eine kleine Revolution. So konnte beispielsweise die Ärztin, die regelmäßig für nur wenige Tage vom Festland auf die Insel kommt, noch nach Sonnenuntergang ihre wartenden Patienten behandeln.

Seit dem 3. März hat sich nicht nur die Sprechstunde der Ärztin um einige Stunden verlängert. Wie Projektleiter Dirk Malinowski berichtet, können die Schulkinder nun abends lernen, die Kirche verfügt über Elektrizität und die Inselbewohner nutzen den Strom, um ihre Handys aufzuladen. Auch dies ist wichtige Errungenschaft, da Handys den Informationsaustausch und damit beispielsweise wirtschaftliche Aktivitäten vereinfachen.

All das ermöglicht eine von Gehrlicher gespendete Solaranlage, die der Mitarbeiter Dirk Malinowski in Kooperation mit der Entwicklungshilfeorganisation „Ora International“ selbst installiert hat. Es handelt sich dabei um eine so genannte Inselanlage, die, anders als typische Photovoltaikanlagen in Deutschland, unabhängig von einem öffentlichen Stromnetz ist – weshalb sie auch „Off-Grid-System“ genannt wird. Spezielle Batterien speichern den tagsüber produzierten Strom und stellen ihn nach Sonnenuntergang zur Verfügung. Die Anlage verfügt über eine Modulkapazität von 1,6 Kilowatt und ist so ausgelegt, dass sie über lange Zeit wartungsfrei betrieben werden kann.

Es gibt viele Orte wie diesen auf dem afrikanischen Kontinent – samt seiner Inseln. Noch immer haben Millionen Menschen keinen Zugang zu Elektrizität. Doch gerade dieser ist oftmals die Voraussetzung für Bildung, Gesundheitsversorgung und sauberes Wasser. Viele Statistiken belegen, dass Elektrifizierung und wirtschaftliche Entwicklung Hand in Hand gehen.

Inselanlagen für Inseln – das wäre nicht nur die Fortsetzung dieses Projekts, sondern ist schlichtweg die sinnvollste Weise, abgelegene Siedlungen zu elektrifizieren und damit die Lebensumstände vieler Menschen zu verbessern. Die Technologie ist wartungsarm, abgas- und lärmfrei. Mit Hilfe ihres „natürlichen Treibstoffs“, des Sonnenlichts, produziert sie Strom genau dort, wo er gebraucht wird – ohne ihn kilometerweit durch oft unwegsames Gelände transportieren zu müssen.

Weitere Informationen zur Arbeit der Abteilung Off-Grid-Solutions in Afrika finden Sie hier.